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Sternzeit: 12.06.2022/12:18
Divide et impera
Oder lass es bleiben?
Viel Regen die letzten Tage – ich liebe den Regen; aber es wird einem angst und bange, einfach keinen Sommer wie letztes Jahr. Welchen Sommer? Ganz genau.
Der Regen ist leider auch das Element der Schnecken – da gleiten sie auf dem Nass dahin wie Eiskunstläufer und
hinterlassen aber keine Begeisterung, sondern eine Spur der Verwüstung.
Auch die lieben Unkräuter scheinen den Regen zu lieben. In den paar Tagen, als wir nicht in den Garten sind,
haben sie ganze Generationen; Sippen und Ausläufer gebildet; verblüffend!
Es scheint, als würden sie sich absprechen:
Du - da kommt heute niemand: mach mal flott und lass die Samen springen.
Ah spriessen, wachsen, gedeihen und wenn möglich das Kraut nebenan übertrumpfen. Wer schneller wächst,
hat länger Licht. Jaja, nicht nur in der Management-Etage wird geellbögelt; nein auch im Garten.
Bambi ist süss, aber die Natur ist nun mal kein Bambi-Hof.
Es gibt einiges an harmlosen Unkräutern; siehe Bilder:
Zaunwicke
Ruprechtskraut
Garten-Wolfsmilch
Kriechendes Fingerkraut
Weidenröschen
Springkraut? - ohne Gewähr...
Aus ihnen mache ich gleich Schneckenfutter. Ich reisse sie aus und lasse sie liegen.
Schnecken mögen das leicht angewelkte, verrottende ganz gerne. Nicht, dass sie deswegen meine Zucchetti
in Ruhe lassen, die überhaupt nicht faulig sind, aber es lenkt sie ab. Die entzückende Idee,
die Nacktschnecke aus meinem Garten zu vertreiben, sie überhaupt nur zu dezimieren, habe ich in Angesicht der nackten,
schleimigen Realität fallen gelassen. Nun versuchen wir uns in einer Koexistenz.
Vielleicht denken wir, das sei unser Garten – wir haben ihn bezahlt. Aber so kann nur ein Mensch denken.
Letztendlich haben wir alles bloss geliehen. Sehen wir uns also lieber als wohlwollende Pächter, die Verantwortung übernommen haben,
für ein Stück Natur. Seien Sie nicht grausam und versuchen diesem kleine Stück Paradies ihren Willen aufzuzwingen.
Den Kampf werden sie niemals gewinnen; die Natur hat einfach den längeren Atem als Sie. Vielleicht haben Sie Gift und gute Geräte zur Hand;
aber warten Sie ab, bis Sie in den Ferien sind.
Sogar die leblosen, hitzigen Steingärten werden zurückerobert; so dass man für den Erhalt
der kargen Wüste ganz schön viel Zeit aufbringen muss, um all die wildgewordenen Kräuter rauszujäten.
Am Schluss teilen wir immer. Und wie hiess es doch früher so schön: Teile bei Zeit, dann hast Du in Not?
Wir teilen unser Leben, wir teilen unsere Zeit auf, wir teilen, weil alles für sich alleine haben, langweilig ist.
Darum teilen wir auch den Garten, mit dem Leben und das Schönste daran ist, das Leben schenkt uns etwas zurück:
Einen Wimpernschlag Unvergänglichkeit.
Ach und im nächsten Blog reden wir dann darüber, welche Unkräuter sie auf gar keinen Fall tolerieren dürfen. (-:
Sternzeit: 13.05.2022/08:18
Die heissen Tage
Ausspannen und Geniessen
Im März scheint der Frühling noch viel zu weit weg; man sehnt sich nach Grün und mag es kaum erwarten,
wie der Garten sich wohl dieses Jahr benimmt.
Im Mai passiert es schon fast über Nacht und wir stellen fest, der Garten ist voll.
Wollten wir noch Lücken füllen, müssen wir jetzt die Füller schon wieder umsiedeln
– die eingesessenen Stauden fordern ihren Platz und sind ein ganzes Stück gewachsen.
Nachdem scheinbar toten Winter, kehrt das Leben busladeartig zurück. Da seh ich die
Blatterschneider-Bienen, wie sie meine Rosen und Pfingstrosen in Schweizer Käse
verwandeln, die Fliegen schwirren mir um den Kopf, sogar einen Balkenschröter
sehe ich da an der Hauswand rumkrabbeln und nicht zu vergessen, die Schnecken.
Vorallem die Weinberg-Schnecken. Die anderen versuche ich auszublenden; den Kampf habe ich schon lange verloren
– ich setzte bloss noch, was nicht Schneckenfutter ist (eine Illusion – sie fressen alles, wenn es sein muss.
Ich meine ALLES! Aber der Garten ist voll und wenn ich jäte, lass ich das Jät (die Beikräuter) dazwischen liegen,
in der Hoffnung, die Armee der Finsternis, AKA die Schnecken tun ihr Werk – dafür werden sie doch bezahlt oder?
Die Reste abzuräumen? Aber irgendwie muss ich feststellen, auch Schnecken haben lieber Hauptmenüs).
Aber lassen wir uns nicht die Freude trüben von unseren schleimigen Freunden – ein paar hundert Franken später,
hat es genug Pflanzen im Garten, dass die Frassschäden nicht mehr ganze Beete ausmachen. (-:
Und nun kommen die heissen Tage. Und das Ausspannen im eigenen Garten. Nicht die 1000 Ding tun, die immer getan werden könnten
– den Kleiderschrank aufräumen und den Kühlschrank putzen; die Zeit mit vermeintlich Nützlichem auffüllen (und ist das Nützliche und
Sinnvolle nicht der Feind der Muse und der Inspiration?) – statt wie im Garten zu warten, geduldig zu sein und keine vermeintlichen
Löcher zu stopfen.
Schliesslich ist das Leben jetzt und seine Schönheit liegt in Kleinigkeiten und dem Unvollkommenen.
Das könnte auch der Garten lehren; wenn ich nur mal genug lange still stehen würde, um hinzusehen.
Logbuch Sternzeit: 03.04.2022/14:18
Ein Streifzug durch den Garten
Was alles schon tut - ohne Worte
Logbuch Sternzeit: 24.01.2022/10:43
Terrasse - Part 2
Planen Sie jetzt Ihre Heimspiel-Terrasse!
Die Terrassen sind die Oasen unserer Zeit; Oasen, die wir individuell und so lebendig gestalten können wie es uns gefällt.
Allerdings herrschen auf Terrassen auch oft grosse Hitze und Trockenheit.
Vielleicht brennt die Sonne im Sommer 10 Stunden umbarmherzig auf Ihren Balkon und Sie möchten nicht auf die Sommerferien
verzichten, nur um stündlich die Petunien zu giessen?
Oder die Sonne scheint gar nie auf Ihre Terrasse?
Alles easy - die Natur hat bereits vor Jahrtausenden Lösungen für schwierigere Bedingungen gefunden. 🤗
Es gibt kaum ein Fleckchen Erde auf diesem Planeten, dass sie nicht erobert hätte; sogar in den Salzwüsten dieser
Welt wachsen Pflanzen - zum Beispiel der Europäische Meersenf.
Aber wir Menschen würden im Salzwasser verdursten. 😰
Also egal wie schwierig Ihre Terrasse sein mag; es gibt bestimmt Pflanzen, die sich bei Ihnen wohl fühlen
und Ihnen Freude bereiten werden, weil sie wachsen, blühen und duften und summen und tanzen.
Und nicht nur die Pflanzen, auch die Schmetterlinge und Wildbienen, die sie anlocken.
Mit der richtigen Substratmischung und den geeigneten Pflanzen wird sich auch Ihre Terrasse in ein lebendiges, buntes Paradies verwandeln.
Ein Heimspiel für alle die sich gerne zu Hause in der Natur fühlen.
Und das Leben lieben, in all seinen Farben und Formen.
Wichtig für das gelungene Fest:
- grosse Gefässe; min. 60cm hoch und +240 Liter Füllmenge. So haben die Pflanzen genügend Substrat und Wurzeltiefe.
- gute Erde zahlt sich aus! Trog- und Dachgartenerde verwenden; für bessere Speicherkapazität. Machen Sie eine Drainageschicht mit Blähton (1/3); an heissen
Standorten schliessen sie mit einem Blähschiefer ab.
- die Wahl der richtigen Pflanzen; je grösser die Gefässe, je grösser die Möglichkeiten.
Bei Fragen - wir helfen gerne!
Logbuch Sternzeit: 15.01.2022/17:10
Ein neues Jahr!
Was wünschen Sie sich?
Ihre Yacht?
Ihre Villa?
Ihr Auto?
In der Schweiz sind wir reich an Geld, aber arm an Land.
Die Yacht können sich vielleicht wenige noch leisten; aber finden Sie mal eine Villa!
Und ich meine natürlich eine bezahlbar (wer ist schon Krösus, Bankdirektor oder RF?);
mit ein bisschen Grün rundherum – auf den Swimmingpool verzichten wir (muss nur ständig geputzt werden!),
aber gerne nicht im hintersten Ecken vom Fischenthal (sorry Fischenthal); so dass man innert einer Tagesreise am Arbeitsplatz
ankommen kann.
Weil arbeiten müssen wir viel, wenn wir bloss eine Hundehütte in der Gablung zweier Hauptstrasse kaufen möchten oder
das Retortenhäuschen in der Alles-Gleiche-und-Günstig-Gebaute-Eigentums-Siedlung
– nackt in die Sonne liegen ausgeschlossen (ist sowieso nicht gesund!), da nebenan Kinder im Sandhaufen spielen,
der Nachbar gerade die ganze 15-köpfige Familie zum Barbecue eingeladen hat
– von Ruhe, Friede und Gemütlichkeit ganz zu schweigen
(genau – pssschhht; ein bisschen Stille hier! Muss es im Hintergrund immer Rauschen?).
Sogar wenn Sie sich einen Seeanstoss leisten können; an schönen Tagen parken auf dem Zürichsee mittlerweile so viele Boote,
dass man trockenen Fusses von Feldbach nach Wädenswil springen könnte. Nichts also mit für-sich-sein/unbeobachtet im eigenen Garten.
Und vielleicht steht neben ihrem Häuschen-Paradies ein zwanzigstöckiger Silo: all die Bewohner schauen auf Sie herab. 😧
Wo ist in der Schweiz eigentlich die Privatsphäre abgeblieben?
Hat sie jemand versteckt oder verkauft?
Was nutzt uns all das Geld, wenn der grosse Traum vom Häuschen mit Garten unerreichbar bleibt?
Oder der Traum auf einen winzigen Gutschweizerischen-Kompromiss zusammen schrumpft?
Dabei bin ich überzeugt; seit wir aus der Höhle gekrochen sind, steckt der Wunsch nach eigener Erde tief in unseren Knochen.
Gemüse, Blumen und ein Platz im Freien, der nur uns gehört – das wünschen sich viele. Aber lange nicht so vielen ist es vergönnt.
Unsere Bevölkerung wächst fleissig, im Jahr 2020 bereits 8.6 Millionen und wir werden nicht weniger. Geld können wir vermehren, da sind wir
ganz vorne dabei; aber leider kein Land.
Der Dichtestress der Schweiz wird höchstens von den Bergen durchbrochen und auch nur, wenn keine Ski- oder Wandersaison ist.
Gut, auf dem K2 stehen sie auch Schlange – aber das ungetrübte Naturerlebniss ist hier nicht einfach zu haben.
Früh am Morgen, bei Regen und Sturm irgendwo weit hinten im F….oh sorry….
Die, die einen Garten haben, können sich unglaublich glücklich
schätzen – sogar mit der Aussicht ans Silo
– vom See reden wir jetzt nicht mehr.
Darum; weil alles was begrenzt ist, sehr kostbar ist,
hüten wir den Garten
wie einen Schatz.
Villa, Yacht und Auto – vielleicht haben
Sie einfach Lust auf Lebendigkeit?
Unsere Augen sind der Spiegel der Seele (sagt man!)
und die Seele saugt sich voll, an dem was unsere Augen sehen;
an Blumen, Bäumen, Bienen, Bären (naja, hier könnte ein Fluchtreflex einsetzten),
Blättern, Blindschleichen, Blitzen, Broccoli usw.usf.
– aber vorallem am Lebendigen.
Beleben Sie Ihre Umgebung!
Ob es nun ein Balkon ist, ein Schrebergarten,
der Fenstersims, der Hinterhof oder
Ihre Familie & Freunde;
dann werden wir alle reicher.
PS: Die Yacht kaufen wir uns dann nächtes Jahr. 😜
Logbuch Sternzeit: 20.12.2021/15:10
Schöne Feiertage und einen gelungen Ausklang 2021!
Wer warst DU, 2021?
Hofften wir nicht, dass wir dieses Covid bald loswerden? Auf einen opulenten Frühling
und einen Sommer, der seinen Namen verdient? Mit Sonne, endlos warmen Tagen und einer vor Stimmen und Lachen flirrender Luft?
Haben wir nicht gedacht, uns Normalität zurückzuerobern?
Vermutlich sollte alles besser werden und ziemlich sicher ist davon nicht viel eingetroffen.
🤷♀️🤷♀️🤷♀️
Der Faunagarten hatte 2021 Glück; so vielen inspirierenden, wohlwollenden und fröhlichen Kunden zu begegnen – kaum zu glauben!
Da frag ich mich: Sind Menschen, denen Bienen & Amseln am Herzen liegen, auch immer nette Menschen? Biophilie unlimited? 🤗
Darum 2021; warst Du trotz Covid und einem Sommer, der kaum hinter einem dicken Regenvorhang als solcher zu erkennen war;
der eine ewige Wellness-Oase für jeden einzelnen Nacktschneck im Garten zu sein schien; Nässe, die sogar die Kartoffeln in
der Erde verfaulen liess, Regen und Hagel von allen Seiten, so dass alles (die Tomaten verwelkten schon im Juli!),
mitsamt den tapferen Witwenblumen, zu Boden gedrückt wurde und die rosa Köpfchen getunkt im Schlamm –
Wind und schwerer Schnee, der dem Rest noch den Garaus machte; aber doch –
trotzalledem, warst Du ein tolles Jahr, liebes 2021: Ich wünsche Euch allen, liebenswerte Menschen und bereichernde, unvergessliche Begegnungen mit ganz viel Biophilie im Herzen.
❤️❤️❤️
..ach und PS: Faunagarten goes Online-Gaming - inkl. Weihnachtsbaum mit Geschenken: Retro Commander
Logbuch Sternzeit: 12.11.2021/10:43
Beleben Sie Ihre Terrasse!
Haben Sie genug von Ihren Langweilern auf dem Balkon?
Egal zu welcher Jahreszeit sie rausschauen, die Buchskugel, der Wachholder und der portugiesische Lorbeer starren Ihnen stoisch entgegen?
In der Zeit eingefroren, als wären sie gar nicht lebendig?
Frühling
Sommer
Herbst
Winter
Wie wäre es stattdessen mit einer Oase voller Leben?
Frühling
Sommer
Herbst - mit singendem Heupferd
Winter
Das Frühlingserwachen der Natur mitzuerleben? Wenn Krokus und Schneeglanz die ersten Blüten des Jahres öffnen?
Den Sommer einzuatmen, der Duft von Lavendel, Mohn und Glockenblumen? Gräser, die sich im Wind schaukeln und im Herbst rostrotes Laub?
Der Wandel der Jahreszeiten zu spüren?
Das Leben in all seiner Dynamik und Lebendigkeit, seiner verblüffenden Fülle direkt bei Ihnen auf der Terrasse?
Klingt ja nett, aber ich habe keine Zeit mich noch um den Balkon zu kümmern, sagen Sie.
Kein Problem; Sie können bei uns eine Pflege-Abo lösen – aber ich zeige Ihnen auch gerne, was zu tun ist und das ist gar nicht so viel.
Und sind es nicht oft die einfachen Dinge, die uns beglücken?
Pflanzen zurückschneiden, ein paar Beikräuter jäten, hin und wieder giessen?
Holen Sie sich ein Stück Natur zurück! Wie ein Leuchtfeuer in der dunklen Nacht. Helfen Sie unseren geflügelten Freunden.
Logbuch Sternzeit: 26.09.2021/14:43
Der Herbst steht vor der Türe
Ein nasser Sommer verabschiedet sich
So wie kühler werdenden Nächte hat sich ein Hauch Melancholie in den Garten geschlichen. Noch sind die meisten Blätter grün und es
blühen die Herbstanomenen, die Astern, die Sonnenblumen und auch immer noch die Bergminze – aber doch hat der Zerfall leise begonnen.
Wie jedes Jahr verabschiedet sich die Natur nochmals mit einer verblüffenden Fülle an Farben. Ist der Herbst nicht die schönste Jahreszeit?
Aster und Admiral
Fetthenne
Pampasgras und Herbstanemonen
Sonnenblume 'Lemon Queen' und Schirmaster
Und obwohl nun bald vieles losgelassen und fallen gelassen wird und ein beachtlicher Rückzug stattfindet; die Natur produziert keinen Abfall.
Ist das nicht erstaunlich?
Nach einem gelungenen, feucht-fröhlichen Festgelage sieht die Wohnung meist recht mitgenommen aus.
Und ist der Frühling und der Sommer nicht ebenfalls eine ziemlich wilde Orgie?
Es summt, es brummt, Nektar und Honig fliessen, Fruchtcocktails werden geschlürft, Paare finden zusammen; für Quickies oder fürs Leben und leidenschaftliche Frühmogens- und Abendkonzerte gibt es jeden Tag?
Das pralle Leben; quasi for-free?!
Bald kehrt viel Leben zurück an den Ursprung. Nichts wird verschwendet. Es ist da!
Wenn wir es nicht zubetonieren oder vergiften, dann wird es bleiben.
Weil die Natur eine Kraft ist, die alles andere weit in den Schatten stellt. Und alles was vergeht, wird nur transformiert.
Im Kreislauf der Jahreszeiten bleibt nichts stehen, aber alles erhalten.
Logbuch Sternzeit: 06.06.2021/14:43
Invasive Neophyten
Über Pflanzen, die sich bei uns ‚zu wohl‘ fühlen.
Die Baudirektion des Kanton Zürich hat die Gärtner angeschrieben und aufgerufen, die Freisetzungsverordnung nach Art. 15 einzuhalten und umzusetzen. Freisetzungsverordnung
Zu den Neophyten (also neuen Pflanzen) zählen alle Pflanzen, die nach 1492/Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus
in unser Gebiet gelangt sind. Pflanzen, die vorher hierher kamen, gelten als Archäopyhten.
Wie vieles eine menschengemachte Definition;
aber wir können davon ausgehen, dass der Gartenbau erst in den letzten Jahrzehnten so richtig Schwung aufnahm und darum auch erst
in neueren Zeiten viel Handel mit Pflanzen aller Art betrieben wurde.
Von all den nach 1492 eingeführten Pflanzen, machen nur wenige Probleme und die Ironie daran, dass die sich eben sehr wohl fühlen
bei uns und sich überall ausbreiten, in unseren Wälder, an unseren Flussufern, auf unseren Wiesen und die heimische Flora verdrängen.
Die Evolution würde das in längeren Zeiträumen lösen; bei
Überpopulationen gibt es neue Krankheiten und Fressfeinde, welche den Kreislauf wieder regulieren würden. Nur haben wir unsere Natur
schon so zersiedelt und für Landwirtschaft umgenutzt, dass wir (noch mehr) korrigierend eingreifen müssen.
Verzichten und wenn möglich aus unseren Gärten entfernen sollten wir (nicht abschliessende Liste):
Kanadische Goldrute; nicht zu verwechseln mit....
...der Einheimische Goldrute.
Die gehört hierhin und soll hier wachsen. (-:
Japanischer Knöterich
Essigbaum
Auf der schwarzen Liste und wohl sehr relevant im Gartenbau sind diese Pflanzen (nicht abschliessende Liste):
Kirschlorbeer
Schmetterlingsflieder
Robinie
Lupine
Wenn möglich ebenfalls entfernen oder mindestens vor der Fruchtbildung zurückschneiden.
Bei Entsorgung der Pflanze, Früchte etc. – nicht in den Kompost. Am besten in den Hauskehricht,
wo sie verbrannt werden und die Samen sich nicht noch verbreiten können.
Weitere Informationen zu invasiven Neophyten hier:
Plakat_Neophyten
Webseite der Neophyten Schweiz
Pronatura über Neophyten
....und leider, als wäre das nicht genug; scheint sich auch ein Plattwurm bei uns eingeschlichen zu haben. Sie werden in den Töpfen aus
allen möglichen Ländern mit eingeführt. Reisen sozusagen als schwarze Passagiere mit.
Wenn Sie ihm begegnen:
Pattwurm
....zerdrücken sie ihn oder lege ihn ins Seifenwasser-Bad...😳😩
Logbuch Sternzeit: 30.04.2021/16:43
Der Garten lebt!
Jetzt geht es so richtig los.
Als hätte jemand auf den geheimen grünen Knopf gedrückt, quilt die Natur aus allen Ritzen – Blätter, Stängel und Blüten in
üppigen Füllen werden produziert und ins Sonnenlicht gestreckt. Plötzlich summt, brummt und krabbelt es überall.
Leeres Amselnest - ein Kunstwerk
Der Igel versucht sich zu verstecken
Der Frühling ist bunt!
Die Amseln haben ihren ersten Schwung Nachwuchs schon durch; Igel streifen durch den Garten – immer mit der Nase irgendwo drin.
Blaumeisen, Spatzen und Distelfinken futtern so fleissig am Vogelhäuschen wie den ganzen Winter durch nicht.
Geht es Ihnen auch so?
Ich bin so wahnsinnig stolz auf jeden einzelnen meiner Besucher. Ich fühle mich geehrt, wenn sie durch meinen
Garten streifen; wie Gäste, die ich mir nie
getraut hätte einzuladen. Roger Federer als Beispiel, Elon Musk oder Darth Vader.
Apropos Darth Vader: die Schermäuse haben im Winter eine grössere Anzahl meiner Pflanzen vernichtet.
Auch wahre Lieblinge wie meine Glockenblume Kent Belle, sind Schwupps, in einem Loch im Boden verschwunden. 🙈
Ich gebe zu: da hört auch meine Tierliebe auf. 🤬
Aber mitunter das Beste und Ausnahmsweise ganz ohne Worte - stellen Sie einfach die Lautsprecher ein und geniessen Sie: Sound abspielen
Am Wochenende tagten in Deutschland Naturgärtner. Die Frage, ob nur eine einheimische Pflanze, eine
gute Pflanze ist, wird dabei mit sehr viel Leidenschaft diskutiert. Einige fänden es sogar wünschenswert,
dass nur lokalheimische Pflanzen (Ökotypen) verwendet werden.
Das heisst, wenn ich im Jura von Berg-Flockenblume (Centaurea montana) Sämchen mitnehme,
sollte ich diese nicht im Bündernland aussäen; auch wenn es die selbe Pflanze ist und dort ebenfalls heimisch.
Aus dem Leitfaden für naturgemässe Begrünungen in der Schweiz:
b) Die vorhandenen lokalheimischen Ökotypen kreuzen sich mit den eingebrachten Ökotypen und verlieren dadurch ihre
spezifischen, zum Teil ausgeprägten physiologischen und ökologischen Anpassungen an die lokalen Bedingungen (Klima,
Standort, Bewirtschaftung). Mit der Einkreuzung verschwindet auch der betreffende Ökotyp als Bestandteil der Biodiversität.
www.infoflora.ch
Das richtet sich ans öffentliche Grün; Hauptsächlich - aber das Thema macht nicht halt vor unserem Gartenhag.
Es ist schon lange fünf vor Zwölf; schon seit Stunden - der Insektenrückgang ist nichts Neues; er geschieht seit Jahrenzehnten.
Wir können das Rad nicht zurück drehen; der Mensch braucht Platz und muss ernährt werden. Den Zustand vor 100 Jahren werden wir
nie wieder erreichen.
And so what?
NATÜRLICH wäre es toll, wir könnten die Schönheit und Vielfalt konservieren (wenigstens die, die wir noch haben).
Aber realistisch ist es nicht.
Heraklit brachte es auf den Punkt: Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.
Das Klima verändert sich; der Mensch verändert alles noch viel schneller. Sogar unter den Naturgärtner ist es vertretbar, Pflanzen zBsp. aus der
pannonischen Region zu verwenden. Dort ist es wärmer und trockner, so wie wir befürchten, es hier immer mehr werden wird.
Heimisch oder Nicht-Heimisch?
Das ist nicht DIE Frage.
Sie greift zu kurz und impliziert mit ihrer Einfachheit eine überschaubare Welt.
Das ist sie nicht.
Eine Schwalbe macht keinen Sommer, eine Wildbiene kein summendes Paradies.
Unser Öko-System ist ein überaus komplexes Netz aus Beziehungen, Abhängigkeiten und Einflüssen - wir verstehen noch viel zu wenig.
Verlieren wir uns im Einzelnen, verlieren wir das grosse Ganze aus den Augen.
Und ohne das grosse Ganze ist alles umsonst.
Will heissen: kaufen wir nicht das billigste Tiefkühlfleisch, betonieren wir nicht alles und vergiften den Rest, gestalten wir unseren Garten lebendig mit Blumen
und Gehölz und führen dabei die Natur nicht am Gängelband unseres Ordnungswahn.
Lernen wir, die Wildheit zu ertragen.
Vorallem wir in der Schweiz. Entspannen wir uns und bleiben heiter.
Wabi-Sabi für alle; mehr Liebe und Achtsamkeit für alles was lebt und vergänglich ist, genau wie wir.
Meine Emfpehlung; lesen Sie das Buch von Annette Lepple - mein Wabi-Sabi Garten.
Logbuch Sternzeit: 12.03.2021/08:43
Nicht Aufräumen! Ein Hoch auf das Chaos.
Seit Tagen herrscht hektischer Betrieb im Garten.
Die Amseln sind fleissig zugange; nur unterbrochen von den beiden älteren Hausherren:
Es ist nicht einfach, das Unordentliche auszuhalten; das Chaos und Wilde.
In unserer gepützelten Schweiz - was könnten bloss die Nachbaren denken?
Schlampig und faul?
Sowieso ist der Garten noch nicht in seinem besten Zustand; da helfen auch die paar Schneeglöckchen
und Primel nichts. Als hätten wir nichts im Griff. Weder den Vorgarten, noch die Kinder, den Hund und den Partner.
And so what?
Selbst wenn es so wäre; ist es nicht befreiend zu erkennen, dass wir gar nicht alles kontrollieren müssen?
Stattdessen könnten wir uns ein wenig Gelassenheit anziehen.
Und wenn wir uns dann zurück nehmen, dann schaffen wir Platz für andere.
Wie zum Beispiel die Amseln, die gerade dabei sind, auf dem Dachwasserrohr ein neues Heim zu bauen,
mit all dem Chaos aus dem Garten. Baumaterial in Hülle und Fülle: Halme, Blätter, Moose.
Der Hopfen vom letzten Jahr dient als nettes Vorhängchen. (-: